Budde und Söhne

Die Kunsttischler Familie Karl Budde und Söhne bestand von 1760 bis 1960 in Warendorf im Ostmünsterland.

Werdegang und Herkunft und Familie

Während ihrer Wanderjahre in Wien und Prag konnten sich die Tischler der Familie Budde durch ein Selbststudium gute Kenntnisse aneignen. So haben nachweislich 2 Meister ab 1762 qualifizierten Zeichenunterricht an der Akademie der Bildenden Künste in Wien erhalten.

Zum einen weilt Johann Hermann Budde (1735-1805) für 3 Jahre während seiner Wanderjahre in Wien. Nach seiner Rückkehr ist er Geselle in Münster und Aachen, 1774 erlangt er in Münster seinen Meisterbrief. Zurück in Warendorf übernimmt er die väterliche Werkstatt 1774 bis 1805.

Er fertigt neben vielen anderen Möbeln einen Kleiderschrank, bei dem Eiche als Trägerholz dient. Furniert ist dieser mit Nussbaum, Wurzelesche und Bandintarsien aus Pflaumenholz. Einen Aufsatzschrank, einen Schreibschrank und Kommoden fertigt er aus Nussbaum, Esche und Pflaume mit Bandelwerk.

Sein Sohn, Peter Budde (1781-1848) weilt zuerst in Prag, dann in Wien und macht Station in Nürnberg, bevor er 1805 die Werkstatt des Vaters übernimmt und weiterführt.

Sein Meisterstück ist ein Drei Säulenschrank vom Typ Frankfurter/Hamburger Schapp. Die von ihm gefertigten Möbel zeigen besonders bei den Zylinderbüros deutlich den Wiener Einfluss.

Im Stil des Biedermeier fertigt er Schrägklappensekretäre, Trumeau`s, Rollbureaus, Schreibschränke, Kommoden und andere Möbel.

Die von ihm verwendeten Hölzer sind Kirschbaum, Birnbaum, Esche, Ahorn, Pflaume, Nussbaum und Eiche. Die Möbel sind mit Marketerie und Brandeinlagen verziert.

Seine Kundschaft besteht hauptsächlich aus Warendorfer Bürgern. Eine gute Verdienstmöglichkeit bietet sich auch durch Umformungen vorhandener Möbel und Reparaturarbeiten.

Die drei Brüder - Gerhard, Hermann und Fritz

Alle Brüder erhalten ihre Ausbildung in der väterlichen Werkstatt von Peter Budde.

  • Gerhard Budde (1818-1903) wählte für seine Wanderjahre den Weg über Paderborn, Kassel, Gotha und Weimar nach Leipzig. Dann ging er nach Dresden, verbrachte 6 Jahre in Prag und 1 Jahr in Wien. 1847 kehrt er nach Warendorf zurück. 1856 übernimmt er die väterliche Werkstatt. 
  • Hermann Budde, geb. 1814 verstirbt schon 1842 in Florenz.
  • Fritz Budde wandert in die USA aus und eröffnet dort eine Möbelproduktion.

Die dritte Generation der Familie Budde

Karl Budde (1858-1941), der Sohn von Gerhard Budde, verbringt seine Wander- und Lehrjahre in Karlsruhe und Frankenthal. Er war der letzte Meister der Familie Budde im 19. Jahrhundert. Die Möbel aus der Werkstatt Karl Budde zeigen Stilmerkmale der Neo Renaissance, der Neogotik und dem Neobarock.

Bis nach Holland werden Dreibeinsessel und Klapptische verkauft. Er fertigt auch einen Schrägklappensekretär mit gedrehten Säulen an, deren Herstellung besonders schwierig war. Auch Stollenschränke und Kircheneinrichtung gehören zu seinen Möbelanfertigungen.

Sein Kundendenkreis setzte sich aus dem Landadel, dem Beamtenadel, dem Klerus und Behörden und Vereinen zusammen.

1941 übernehmen dann Ernst und Heinz Budde die Werkstatt, die vor allem Kleinmöbel und Stühle herstellen. Die Tischlerwerkstatt Budde wird bis 1960 von Klaus Budde geführt.

 

Literaturempfehlung zur Kunsttischlerfamilie Budde aus Warendorf

Seibert, Elke: „Wohn- und Möbelkultur im Münsterland zur Zeit des Klassizismus – Die Kunsttischlerfamilie Budde aus Warendorf“, Hsg: Kreisgeschichtsverein Beckum-Warendorf e.V., 1997.

 

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