Furnier

Mit Nussbaum flächig furnierter Hallenschrank aus Eiche
Furnierbild einer Biedermeierkommode
Mit Maserfurnier flächig furnierte Biedermeier Kommode
Furnierte Biedermeier Tischplatte mit sog. Tortenfurnier aus Nussbaum
Louis Seize Schrank mit Parketteinlagen
Furniereinlegearbeit einer Barockkommode
Marketerie einer Windrose mit Furnierrahmung

Als Furnier wird eine dünne Schicht Holz bezeichnet, die auf ein Trägerholz (Blindholz) aufgeleimt wird. Die Furnierschicht ist i. d. R. aus Edelholz (Kirsche, Nussbaum, Mahagoni, etc.), während das Blindholz aus einem unedleren Massivholz wie Fichte oder Eiche besteht. 

Furnier in der heutigen Zeit

Die Furniere des ausgehenden 20. Jahrhunderts bis heute werden in sehr dünne Schichten geschnitten. Teilweise sind diese nicht einmal mehr 1 mm stark. Der Vorteil daran ist, dass sehr viele Furnierblätter aus einem Brett gewonnen werden können. Mit diesen Furnierblättern lassen sich viele Flächen belegen, die in der Holzmaserung nur minimale Unterschiede aufweisen.

Furnier: ein Qualitätsmerkmal

Zur Aufwertung der Oberfläche wurden ganze Möbel furniert oder auch Teilstücke, wie zum Beispiel Füllungen oder Kommodendeckplatten. Auf diese Weise konnten Hölzer verwendet werden, die massiv entweder sehr selten und deswegen unbezahlbar waren oder aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften massiv kaum verarbeitbar waren und es ließen sich sehr attraktive und hochwertige Oberflächen erzeugen, die mit Massivholz nicht realisierbar wären.

Rückblick

Die Technik des Furnierens war, wie Ausgrabungen bestätigen, bereits im alten Ägypten bekannt und fand ebenfalls seit dem Mittelalter Verwendung in Europa. In der Renaissance über den Barock sowie im Biedermeier und im Empire war diese Oberflächentechnik ein sehr beliebtes und bis zur Perfektion getriebenes Gestaltungsmittel und prägte die Epochen in den jeweiligen Ländern bedeutend.

Erzeugung

Das älteste verwendete Verfahren zur Herstellung von Furnier war das Sägen und diente bis zur Industrialisierung als gängige Methode. Das Produkt, das man gewann, war das sog. Sägefurnier. Dabei wurde mithilfe einer Rahmensäge Schicht für Schicht vom Stamm gesägt. Die Schichtdicke betrug zwischen ca. 1,5 bis zu 10 mm. (Wobei Letzteres kaum mehr als Furnier betrachtet wird und mehr als Aufdopplung zu verstehen ist.) Der Ablauf war sehr zeitaufwendig und der Materialverbrauch, des ohnehin teuren Edelholzes, immens. So betrug der Verschnitt je nach Schichtdicke 50-80 %. Was zur Folge hatte, dass nur für sehr hochwertige Möbel Furnier verwendet wurde. Neben flächigem Gebrauch von Edelhölzern und exotischen Hölzern, bei dem die natürliche Erscheinung des Holzbildes im Vordergrund stand, wurden Furniere auch zu kleinteiligen Oberflächenverzierungen verwendet. So entstanden Marketerien und Intarsien wie Blockintarsien, Fadeneinlagen, Bandmarketerien usw.

Die Bedeutung von furnierten Möbeln innerhalb der Gesellschaft

Der Besitz von furnierten Möbeln blieb den oberen Gesellschaftsschichten vorbehalten, wie dem Großbürgertum oder dem Adel, der sich solche Stücke leisten konnten. Nicht furnierte Möbel, meist Weichholzmöbel, fanden ihren Gebrauch in bürgerlichen, bäuerlichen Haushalten. Dort fand man die Möglichkeit, durch die Technik der Maserierung, das Holz als ein anderes erscheinen zu lassen, indem man mit Lasuren kunstvoll Edelhölzer nachahmt.

Verbreitung

Eine Blütezeit erlebte das Furnier in der italienischen Renaissance, wo zum Beispiel die meisterliche Technik der Certosina Intarsie entwickelt wurde. Von Italien breitete sich dann der Siegeszug weiter aus. In Frankreich entstand Mitte des 17. Jh. die Berufsbezeichnung des Ebenisten. Ein Kunstschreiner, der vornehmlich mit exotischen Hölzern in Form von Furnier arbeitete, was ihn vom normalen Schreiner oder Tischler unterscheidet. Ludwig der XIV. gab ihnen außerdem die Freiheit zur Gründung einer eigenen Zunft, der „Corporation des Menuisiers-Ebénistes“, die das Kunsthandwerk des Furnierens weiter schützte.

Definition

Als Furnier bezeichnet man dünne Lagen aus Holz, sog. „Furnierblätter“, die durch verschiedene Verfahren gewonnen werden können. Jede Technik bringt verschiedene physikalische und optische Eigenschaften mit sich. Die Spannbreite bei Furnier liegt zwischen 0,3 mm bis über 6 mm Schichtstärke.

Industrialisierung

Durch die Industrialisierung im 19. Jh. entstanden verschiedene maschinelle Herstellungsweisen von Furnier. Es entwickelten sich das Schälfurnier oder das Messerfurnier, bei denen der Verschnitt und die Schichtdicke minimiert werden konnten. So reduzierte sich die Furnierstärke auf bis zu 0,9 mm.

Heute

Durch die Weiterentwicklung der Verfahren konnte die Furnierstärke auf bis zu 0,3 mm reduziert werden.
Auch heute noch gilt die Technik des Furnierens als Veredelungstechnik.
Jedoch ist dünnes Furnier anfälliger für Schäden und zudem schwieriger zu restaurieren.

 

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