Hopfengärtner, Christoph (1758-1834)

Herkunft und Werdegang

Christoph Hopfengärtner, ein gebürtiger Schwabe, der zu einem bedeutenden Schweizer Ebenisten wurde. Sein Vater Friedrich war Schreiner. Christoph Hopfengärtner ehelichte in 1. Ehe Maria Ösch (1755 - 1810), mit der er 3 Töchter hatte. In 2. Ehe vermählte er sich mit der Witwe Maria Krebs, geb. Spychinger. Diese Ehe blieb kinderlos. Bemerkswert ist, dass der Taufpate von Christoph, sein Onkel J.G. Hopfengärtner Leibarzt des Herzogs Karl Eugen v. Württemberg war.

1788 arbeitet er als Meistergeselle in der Ebenistenwerkstatt von Abraham Isenschmid in Bern. 1790/91 bemühte sich Christoph Hopfengärtner um die Einbürgerung in Niederhofen in der Herrschaft Rued. Dafür entrichtete er 100 Taler.

Werkstatt und Möbelfertigung, Kundenkreise

Als sein Meisterstück fertigt er 1790/92 einen Sekretär. Bald darauf eröffnet er in Bern eine eigene Möbelmanufaktur, in der er die damals erlaubte Anzahl von 5 Gesellen beschäftigte. Es wurde nach Auftrag aber auch auf Vorrat gefertigt. So entstanden Kommoden, Prunksekretäre, Spieltische, Chiffonieren, Sofas, Stühle und Kaffeetischchen. Die Werkstatt Hopfengärtner lieferte 36 Möbel an Karl May, der in Muri 1796 seinen Hausstand gründete.

Ein weiterer Kunde der Manufaktur, Ludwig von Büren erwirbt den Sekretär, den Christoph Hopfengärtner als sein Meisterstück gefertigt hatte.

Nach dem Zusammenbruch des Stadtstaates Bern kauft Hopfengärtner die Berner Ebenisten Werkstatt seines Lehrmeisters Isenschmid.

Hopfengärtner stellt auch Produkte aus seiner Werkstatt aus. So z.B. 1804 in Bern bei der Ausstellung „Kunst und Industrie“ eine Kassette.

1808 bedient sich Hopfengärtner der damals neu aufgekommenen „Lotterie“, um den Abverkauf von bereits gefertigten Möbeln aus seiner Manufaktur zu beschleunigen. Lotterien für den Abverkauf von Möbeln nutzte auch David Roentgen. Diese Lotterien wurden so veranstaltet, dass man Lose zu einem festgesetzten Kaufpreis anbot. Der Kunde wusste aber im Vorfeld nicht, welches Möbel er für das erworbene Los dann auch erhält. Zu seinen Kunden zählten S.D. Hofrath et Kammerherr Rudolf Abraham v. Schiferle aus Bern, der Oberhofmeister von Anna Feodorowna war. Dieser erwarb 1814 in der Schweiz ein Gut für seine Dienstherrin. Die Möblierung dafür erwirbt er bei Hopfengärtner.

1824 stellte Hopfengärtner bei einer 2. Ausstellung in Bern „Kunst und Industrie“ einen runden Tisch aus „inwendig untergebracht etlicher Hausrath zu weiblichen Arbeiten“.

Hopfengärtner war seinerzeit vielen Anfeindungen ausgesetzt. Man verübelte ihm den sehr umfangreichen Gebäudeerwerb und auch dass er seine Möbel nach „Fabrikart“ produzierte und ein „Meubles Magazin“ unterhielt.

Weiterführung der Werkstatt

Der Neffe von Christoph Hopfengärtner, Christoph Wilhelm Stübner aus Stuttgart, ebenfalls ein Ebenist, wird 1834 Geschäftsführer der Manufaktur. Nach dem Ableben von Hopfengärtner mit 86 Jahren (das sehr unterschiedlich in Dokumenten dargestellt wird – kirchlicherseits wird von einem „natürlichen“ Ableben gesprochen, in Zeitungsberichten spricht man von einem tödlichen Fenstersturz) bewirbt sich Stübner um den Kauf der Hopfengärtner Möbelmanufaktur und den Erwerb des Bürgerrechtes in Bern.

Hopfengärnter Möbel in Sammlungen

Die bedeutendste Sammlung von Hopfengärtner Möbeln besitzt heute Schloss Jegenstorf bei Bern. Seit 1955 ist Schloss Jegenstorf ein Verein/Stiftung und Museum für Bernische Wohnkultur vom 17. bis zum 19. Jh. für Möbel und Gemälde. 1986 fand eine Ausstellung der Exponate statt.

Hopfengärtner Möbel finden sich auch in Schloss Oberhofen/Thunersee im Kanton Bern und auf Schloss Wildegg/Aargau.

Handwerkerkollegen

Die Kunsthandwerker Familie Funk (1724 -1780), die ebenfalls Bernische Möbel im Barockstil und im Louis XVI. Stil in Vollendung fertigte, waren Handwerkskollegen.

Weitere bekannte Namen in der Möbelfertigung zu Zeiten von Christian Hopfengärtner: Franz Isenschmid, Johann Meyer, Oswald Frey, Johann Aebersold, Niklaus Aegerter, J. Conrad Wieser, Gabriel Gassmann, August Christian Müller und viele andere.

 

Literaturempfehlung zu Christoph Hopfengärtner
Schloss Jegenstorf ,„Bernisches Mobiliar des Klassizismus Christoph Hopfengärtner und Zeitgenossen 1758 – 1843", Schloss Jegenstorf Ausstellung 1986.

 

* Durch die Umstellung der Telekom auf IP-Telefonie kommt es bei uns leider immer wieder zu Verbindungsproblemen. Sollten Sie uns während der Öffnungszeiten nicht erreichen, bitten wir Sie, uns per E-Mail (info@furthof-antikmoebel.de) oder über die Kontaktformulare zu kontaktieren. Gerne rufen wir Sie zurück. Wir hoffen, dass die Verbindungsprobleme in Kürze behoben sind.
Herzlichen Dank, Ihr Furthof-Antikmöbel Team.