Klinckerfuß, Johannes (1770-1831)

Johannes Klinckerfuß (1770 Bad Nauheim/Hessen – 1831 Stuttgart) war ein süddeutscher Kunstschreiner, der seine Möbel im Stil des Klassizismus fertigte. Die meisten Möbelstücke wurden mit Mahagoni Sägefurnier belegt, welches damals als das teuerste und edelste Holz galt.

Ab 1789 - Mitarbeiter der Roentgenmanufaktur

Die Mitarbeit in der Roentgenmanufaktur prägte auch seine weitere Karriere. Da er seine ersten Jahre dort als Schüler verbrachte, zeigen einige Möbelstücke die Handschrift der Roentgenmanufaktur.

Ausstattung Württembergischer Schlösser

Als die Roentgen Manufaktur Anfang der 1790er Jahre aufgelöst wurde, empfahl David Roentgen Johannes Klinckerfuß an den Hof der Herzogin Friederika Dorothea Sophie von Württemberg. Bis 1797 war er als leitender Hofschreiner für die Einrichtung von Schloss Fantaisie tätig. David Roentgen gab seinem ehemaligen Mitarbeiter Materialen, Werkzeug und vor allem auch Skizzen und Zeichnungen von den in der Roentgenmanufatur gefertigten Möbeln mit. Insbesondere war Klinckerfuß im Besitz von Skizzen der Mechanik des Mehrzwecktisches, der in Neuwied gefertigt worden war.

Klinckerfuß arbeitete für die Könige und Herzöge von Württemberg. Er stattete deren Schlösser Etupes/Mömpelgard, Fantaisie in Bayreuth, Stuttgarter Schloss, Schloss Ludwigsburg, Schloss Hohenheim, Schloss Weil und Schloss Friedrichshafen mit Möbeln aus. Bei der Umgestaltung in Schloss Favorite und Schloss Monrepos war Klinckerfuß maßgeblich mit der Fertigung von Möbeln beteiligt. Auch bei der Neugestaltung der königlichen Residenz in Stuttgart war er beteiligt.

Nach dem Tod der Herzogin trat Klinckerfuß in den Dienst bei Herzog Friedrich II. von Württemberg ein, dem späteren König von Württemberg. Er bekleidete am dortigen Hof das Amt des herzoglichen Kabinettebenisten.

Möbelanfertigungen und Kundenkreis

Die Ausstattung von Schloss Ludwigsburg und Schloss Stuttgart orientierte sich noch stark am klassizistischen Möbelstil von David Roentgen. Klinckerfuß beschäftigte 11 Gesellen, 5 Arbeiter sowie etliche Tagelöhner in der Werkstatt in der Alten Kanzlei beim Alten Schloss Stuttgart.

Der Architekt und Maler Nikolaus Friedrich von Thouret war für die Umgestaltung des Residenzschlosses Ludwigsburg und Schloss Favorite zuständig. Er lieferte Klinckerfuß zahlreiche Möbelentwürfe, die mit kleinen Änderungen umgesetzt wurden.

1812 - Selbständigkeit in Stuttgart

Wegen stark restriktiver Maßnahmen verlässt er 1812 den Hofdienst und eröffnet in Stuttgart eine eigene Werkstatt, die damals der größte Handwerksbetrieb dort war. Von 1818 bis 1831 fertigt Klinckerfuß die Ausstattung der Stuttgarter Residenz und der Schlösser Weil und Rosenstein in Friedrichshafen.

 

Literaturempfehlung zu Johannes Klinckerfuß
Wiese, Wolfgang: „Johannes Klinckerfuß - Ein württembergischer Ebenist (1770 – 1831)", Verlag Thorbecke 1988.
Wiese, Wolfgang „ Die Zeichenmappe des Ebenisten Johannes Klinckerfuß (1770-1831) - Möbelzeichnungen des Empire und Biedermeier", Verlag Schnell+Steiner 2013.

 

 

 

 

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