Oeben, Jean-François (1721-1763)

Jean-François Oeben ist bekannt für seine sorgfältig gearbeitete Blumenmarketerie.

Wie viele andere Ebenisten aus Deutschland emigriert Oeben wegen der dort herrschenden sehr strengen Zunftordnung des 18. Jh. nach Frankreich.

Von 1751 – 1754 arbeitete er in der Werkstatt von Charles-Joseph Boulle im Louvre. Anschließend ging er in die königliche Manufaktur „Manufacture des Goblins“ und erlangte nach 6 Jahren seinen Meistertitel.

Nach dem Tod von Boulle erhielt Oeben den offiziellen Titel des Hofmöbelkünstlers „Ebeniste du roi aux gobelins“.

Er lebte ab 1749 im damaligen Zentrum der Kunstschreinerei in Paris im Faubourg Saint-Antoine. Bei der Fertigung seiner Möbel legte Oeben großen Wert auf Qualität und Dekor.

Madame de Pompadour protegierte ihn. Aus ihrem Umkreis konnte Oeben viele Kunden gewinnen. So war er nicht nur für das französische Königshaus tätig, sondern dank dieser Protektion auch für den Hochadel. Der Herzog von Burgund,  die Herzöge von Aumont, von Choiseul und von Richelieu zählten zu seinen Kunden. Auch der Marquis de Marigny und der Erbprinz Friedrich Michael von Pfalz-Zweibrücken sowie die Herzoginnen von Lauragais, von Brancas, von Valentinois waren Kunden von Oeben.

Oeben beginnt noch einen Schreibtisch für Marie Antoinette, der dann von Jean-Henri (Johann Heinrich) Riesener (1734-1806) vollendet wurde. Dieser Schreibtisch befindet sich heute im Schloss Versailles.

Oeben entwickelte mechanische Möbel und konnte sich auf diesem Gebiet mit der Roentgen-Werkstatt durchaus messen. Bei einem "Table à la Bourgogne" ( ein kombinierter Schreib-, und Toilettentisch) verwendet Oeben neuartige mechanische Vorrichtungen wie eine verschiebbare Platte.

Als einer der ersten Ebenisten verwendet Oeben Mahagonifurnier großflächig.

Auf Jean-François Oeben geht die Schreibtischform des Zylinderbureaus zurück. Ein Sekretär von Oeben gefertigt, befindet sich heute in der Münchner Residenz.

Bereits um 1760 ist bei Oeben die Fertigung eines sogenannten Blenders (ein Sekretär mit Scheinfassade) nachgewiesen.

Nachdem Oeben verstarb, versuchte seine Witwe, die Werkstatt noch weiterzuführen. Sie heiratete 1767 deshalb Jean-Henri Riesener. Dieser war ein Mitarbeiter ihres verstorbenen Mannes und ab 1768 auch Meister. Ob der schlechten Zahlungsmoral vor allem des Adels aber musste dann doch Konkurs anmeldet werden.

Literaturempfehlung zu Jean-François Oeben:

Stratmann-Döhler, Rosemarie: "in Deutsche Biographie", Otto zu Stolberg-Wernigerode, Band 19, Nauwach-Pagel, Berlin 1999

 

 

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