Die Furnierkunst im Biedermeier

Möbel des Monats - Oktober 2019

Jede Stilepoche wird durch verschiedene Merkmale an einem Möbelstück dargestellt. Im Biedermeier sind klare Formen und schöne, durchlaufende Furnierbilder die Hauptstilmerkmale. Bei dem vorgestellten Schrank handelt es sich um ein spätes Biedermeiermöbel aus den 1835er Jahren. Deshalb sind die Konturen bereits etwas geschwungen verspielt. Das durchlaufende und gespiegelte Furnierbild ist bei diesem Schrank bereits im unrestaurierten Zustand fantastisch anzusehen. Im oberen Bereich ist eine Bildkomposition zu sehen, die aus sechs gespiegelten Furnieren besteht. Diese ist nicht nur auf die Türen und Lisenen aufgelegt, sondern verläuft auch über die Kranzprofile. Im unteren Bereich der Front ist spiegelbildlich die gleiche Furnierdarstellung zu sehen.

Insgesamt sind auf der Front 12 Sägefurniere aufgelegt, die alle ursprünglich aus einem Brett bestanden. Mit dem durchlaufenden Furnierbild wollte man optisch möglichst große Flächen erzeugen, die durch konstruktive Elemente nicht unterbrochen werden. Je nach verwendeter Holzart kann die Komposition der Holzmaserung beim Betrachten dazu inspirieren, Motive oder Darstellungen zu interpretieren. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

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Spätbiedermeierschrank (Artikel-Nr. 289)

Furniere für schöne Holzmaserungen

Bis in die 1840er Jahre wurden furnierte Möbel mit dicken Sägefurnieren belegt. Das Furnieren an historischen Möbelstücken wurde wurde nicht aus Gründen der Materialeinsparung vorgenommen, sondern um möglichst schöne Holzbilder zu erzeugen. Hierbei wurde das Sägefurnier (meist Edelhölzer) auf Vollholz aufgelegt. Bei dem Vollholz (im Fachjargon Blindholz genannt) handelt es sich je nach Region meist um Nadelholz oder Eiche. Die Anfertigung von furnierten Möbelstücken war deutlich aufwendiger und somit auch kostenintensiver gegenüber reinen Massivholzmöbeln.

Bei der Herstellung von Furnier wurden die Stämme von Hand oder mit Gattersägen in 2-4 mm dicke Schichten gesägt, sogenannte Sägefurniere. Dadurch erhielt man zahlreiche Sägefurniere, die sich nur leicht in der Struktur veränderten. Diese konnten gespiegelt aufgelegt werden um z.B. symmetrische Furnierbilder zu erzeugen. Bei der Herstellung aus Massivholz hat der Schreiner kaum einen Einfluss auf das Holzbild. Er kann lediglich schauen, ob das verwendete Brett optisch einigermaßen zu den anderen Brettern passt.

Weitere Beispiele für die Furnierkunst im Biedermeier

Ein vierfach gespiegeltes Furnierbild auf der Kommodenfront. Das Furnier verläuft auch über die Lisenen. Auf der Platte ist eine Kreuzfuge aus vier Furnierblättern zu sehen.
Kirschbaum Biedermeierkommode mit vier gespiegelten Furnieren auf der Front.
Durchgehendes Furnierbild aus sechs Furnierblättern. Das Furnier ist auch auf die Lisenen aufgelegt.
Biedermeierkommode mit ruhiger Kirschbaum-Holzmaserung aus vier Furnierblättern.
Durchgehendes Furnierbild aus acht gespiegelten Furnierbildern, die vertikal aufgelegt sind.
Durchgehendes Furnierbild aus vier breiten Furnierblättern.
Sechs gespiegelte Furnierstreifen, deren Strukturänderung von der einen zur anderen Seite gut sichtbar ist. Die Kommode wurde aufgrund der Holzmaserung bereits mehrfach als "Eulenkommode" bezeichnet.
Eintüriger Pfeilerschrank mit vier Furnieren auf der Front, in Form einer Kreuzfuge aufgelegt.
Sogenannte Furnierabwicklung aus 12 tortenförmigen Furnierelementen. Hierbei handelt es sich um Kirschbaum Sägefurnier.
Furnierabwicklung aus 12 tortenförmigen Furnierelementen aus Nussbaumholz.
 
 

 

 

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