Antiquitätenhandel am Bodensee

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Wir feiern 40 Jahre!

Alles begann 1981 mit einer typischen Situation, wie sie den meisten Eheleuten bekannt ist. Die Ehefrau ist unzufrieden mit dem Wohnmobiliar, wünscht eine Veränderung und bittet in diesem Fall: Kannst du mal den Schrank ablaugen? Der Ehemann zeigt sich zunächst wenig begeistert von der Idee, gibt jedoch schließlich dem Wunsch (und dem Nörgeln) der Ehefrau nach und präsentiert wenig später ganz stolz den eigenhändig abgelaugten Schrank. Die Ehefrau war zufrieden und an dieser Stelle hätte die Geschichte zu Ende sein können. Doch bei Andreas Harbott erwachte der Geschäftssinn. Er begab sich auf die Suche nach alten Möbeln, um sie herzurichten und anschließend weiterverkaufen zu können.

Die Anfänge

1982 hatte er ein kleines Lager in Lampach. Die eingekauften Möbel, hauptsächlich einfache Fichtenschränke, wurden zum Transport kurzerhand auf das Dach des Opel Kadetts gebunden. Zusammen mit handwerklich begabten Freunden wurden die Möbel im Lager repariert, aufgehübscht und anschließend von Andreas an Händler weiter vermarktet.

Auf dem Weg zu hochwertigen Antiquitäten

Doch schon nach Kurzem wuchs sein Wunsch nach Verbesserung: Hochwertige Antiquitäten und eine fachkundige Restaurierung waren sein Ziel. Ein alter Freund von Andreas war Antiquitätenliebhaber und stand schon damals mit Rat zur Seite. Er wurde zum Mentor und Lehrer in Sachen Antiquitäten. Gleichzeitig machte Andreas Bekanntschaft mit Antiquitätenhändlern, die bereit waren, ihn auf ihre Einkaufstouren mitzunehmen. Von diesen erfahrenen Fachmännern lernte Andreas viel. Er hatte die Möglichkeit, die Antiquitäten nicht in einem restaurierten und ggf. veränderten Zustand zu sehen, wie man sie z. B. in Fachbüchern oder Museen zu Gesicht bekommt. Er sah die Antiquitäten in Originalzustand, oft dreckig, verstaubt oder sehr kaputt, im hintersten Eck eines Speichers. Wahre Dachbodenfunde, nichts gefummeltes, keine Umbauten oder andere "verkaufsfördernde" Tricks. So hatte er die Möglichkeit, echte Antiquitäten im Originalzustand kennenzulernen. Er lernte aber noch mehr: Einkaufspreise, Verkaufspreise, Wertschätzung (im doppelten Sinne) und ihm wurde bewusst, dass dieser Beruf mehrere Interessen verbindet: die Faszination für die Handwerkskunst von antiken Möbeln, der Spaß am Handel und der Kontakt mit den Menschen aus allen Schichten, in allen Lebenslagen, von verschiedensten Kulturen und traditionellen Hintergründen.

1986 machte er schließlich einen weiteren wichtigen Schritt in die Professionalität. Er begann eine Schreinerlehre bei einem Meister, der antike Möbel restaurierte, und konzentrierte sich schon während der Lehre auf alte Möbel. Nebenbei handelte er weiterhin mit Möbeln: Das Lager in Lampach war inzwischen zu klein: die Kellerräume des Wohnhauses, sowie die Garage wurden zur Werkstatt und Lagerräumen umfunktioniert. Verkauft wurde hauptsächlich in den Wohnräumen der eigenen Wohnung, bis auch diese zu klein wurde und man die zweite Wohnung des Hauses dazu mietete ... wenn das die Ehefrau damals gewusst hätte, als sie ihn bat, den Schrank abzulaugen. Aus dieser Zeit gibt es viele nostalgisch anmutende Geschichten. So erinnert sich Andreas gerne an die Vollmondnacht nach einem Einkauf mit harten Verhandlungen: Auf seinem Kombi, auf dessen Dach zwei Schränke aufgebunden waren, saß er mit seinem Freund und Kompagnon oben auf den Schränken und zusammen feierten sie den Erfolg.

Wohin mit den Möbeln?

Doch schon schnell wurde es auch in dem Wohnhaus trotz Kellern und Garage zu klein. Besonders nach Einkaufstouren ins Ausland, wo Andreas mithilfe von Übersetzern und Bekannten von Privatpersonen die Möbel vom Speicher kaufte und sie später an Händler weiter verkaufte. Vier Jumbo-Sattelschlepper (40-Tonner) voll mit Möbeln: Da konnte es schon mal eng werden. Und nachdem die Nachbarskinder, welche die ständigen Möbeltransporte neugierig beobachten, wiederholt fragten, wann sie denn ausziehen würden, begann man sich nach nach einem größeren Gebäude mit Zukunft umzuschauen.

Neuanfang: Antikhandel am Furthof

1989 zog der "Antiquitätenhandel mit Restaurierungswerkstatt" schließlich auf den Furthof: einem alten Bauernhof, unausgebaut, nicht besonders gepflegt, bestehend aus 2 Scheunen und einem Schweinestall. So gab es z. B. keine Drainage um das Haus herum und bei starkem Regen bildete sich ein Flüsslein durch die Verkaufsräume. Doch auch hier hatte Andreas wie bei den Möbeln ein Auge dafür, welches Potential in den alten Gebäuden steckte.

Der Furthof und die Kinder

Stück für Stück baute er den Furthof aus und steckte teilweise den gesamten Gewinn aus den Antiquitätenverkäufen in die Renovierung und Sanierung des Gebäudes. Es waren finanziell harte Jahre, die auch die Familie zu spüren bekamen. Inzwischen war Andreas Vater von zwei Söhnen, eine Tochter sollte später noch folgen. So gibt es aus der Zeit ein Zeitungsinterview, in dem der kleine Junge Alexander sagt, Selbstständigkeit wäre nichts für ihn, das wäre finanziell zu unsicher. Die Kinder waren regelmäßig am Hof. Ein altes Boot, inzwischen zum Blumenbeet umfunktioniert, wurde damals als Sandkasten aufgebaut. Die zahlreichen Bäume auf dem Grundstück eigneten sich für Baumhäuser und die Werkstatt wurde zum Basteln und Bauen genutzt. Schon früh verdienten sich die Kinder ihr erstes Taschengeld bei Papa in der Arbeit. Andreas war relativ wagemutig und traute seinen Kindern vieles zu. Wenn mal etwas schief ging, war es kein Drama: So bestellte ein Kind einmal Spiegelglas auf die Bitte, es dürfte ruhig ein wenig mehr sein. Von dem Spiegelvorrat, der daraufhin auf dem Hof eintraf, zerrte der Furthof noch lange Zeit! Ein paar Meter gibt es immer noch. Dieses Miteinander beeindruckte die Kinder nachhaltig: Sie haben die Liebe und Leidenschaft für antike Möbel von Ihrem Vater übernommen.

Der Furthof geht online

Andreas hatte trotz finanziell harter Durststrecken keinen Zweifel an seinem Weg. Schwierigkeiten begegnete er mit einer gesunden Portion Kreativität und Bereitschaft für neue Ideen. So hatte er schon sehr früh eine Homepage, obwohl er noch nicht einmal einen eigenen Computer besaß. Sein Sohn Alexander machte Anfang der 2000er Jahre sein Fachabitur in Kommunikation und Mediendesign und übernahm die Pflege der Homepage. Am Anfang wirkte es utopisch, Möbelstücke über das Internet zu verkaufen. Allerdings ließ der erste "Online- Verkauf" nicht lange auf sich warten, was sie anspornte, weiterzumachen.

Die zweite Generation Harbott am Furthof

Während seine Geschwister inzwischen hauptberuflich andere Wege gehen, war für Alexander schon früh klar, dass er am väterlichen Hof bleiben wollte. Nach seinem Fachabitur folgte eine Lehre zum Schreiner/Tischler, wie der Vater bereits mit einem Fokus auf alte Möbel. Nach einigen Arbeitsjahren wuchs der Wissensdurst immer mehr. Ein befreundeter Händler empfahl bei einem Besuch die Ausbildung zum Restaurator am Goering Institut in München. 2013 kehrte Alexander nach dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung zum staatlich geprüftem Restaurator auf den väterlichen Hof zurück und brachte viel neuen Input und Fachwissen mit.

Gegenwart

Inzwischen ist Andreas Harbott froh, dass sein Sohn gut ausgebildet die Firma erfolgreich leitet. Er ist froh, dass er die Verantwortung übergeben konnte und nur noch darauf achten muss, dass es um 12.30 Uhr Essen gibt. Als begabter Koch verwöhnt der das Furthof-Team täglich mit seinen kulinarischen Kreationen. Inzwischen ist Andreas auch mehrfacher Großvater geworden und als Opa macht er gerne Quatsch mit der 3. Generation Harbott auf dem Furthof. Die Geschichte wiederholt sich: wieder steht ein Sandkasten auf dem Furthof, wieder werden die Bäume beklettert und die Werkstatt erobert.

Die berufliche Erfahrung von Andreas aus 40 Jahren zu Handwerk und Geschäftsführung sind noch immer unverzichtbar und er steht weiterhin mit Rat und Tat zur Seite. Auch seine Leidenschaft fürs Möbeleinkaufen ist ungebrochen wie eh und je. Loszufahren und wie ein Schatzjäger sich auf die Suche nach echten Raritäten und Kostbarkeiten zu machen, erfüllt ihn immer wieder mit Lebensfreude. Der Kontakt mit den Kunden, Kunstliebhaber und Antiquitäteninteressierten auf dem Hof und überall bereichern ihn. So erzählt Andreas stolz: "Unsere Möbel sind nicht von der Stange und unsere Kunden auch nicht".